
Die Geschäfte laufen gut. Krombacher investiert in Marken und Werbung.
"Wir sind ruhige und bodenständige Marketer", sagt Krombacher-Marketing- und -Vertriebschef Hans-Jürgen Grabias. So ganz will man das nicht glauben: Im Sommer schluckte die Brauerei die Kultmarke Schweppes, vor wenigen Tagen den regionalen Wettbewerber Rolinck, Steinfurt. Im Frühjahr drücken die Siegerländer erstmals ein Weizenbier in den Handel. Und: Ein neues Energy-Biermischgetränk soll die boomende Submarke Cab verstärken.
Das inhabergeführte Unternehmen ist auf dem Weg zum Getränkekonzern. Während der Biermarkt seit Jahren schrumpft, wächst der Krombacher-Umsatz kontinuierlich. Allein im WM-Jahr 2006 kletterte er um neun Prozent auf 573 Millionen Euro. Nur die 2005 gestartete Pils-Marke Extra Mild erweist sich als Flop. Ihr droht 2008 das Aus, wenn sie in diesem Jahr nicht vom Fleck kommt. Aber das ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. "Die Geiz-ist-geil-Zeit ist vorbei", sagt Grabias: "Man trinkt wieder Premium." Jedes zehnte Pils, das in Deutschland gekippt wird, stammt von den Krombachern.
Ein satter Schluck aus der Pulle ist auch der 60 Millionen Euro schwere Bier-Werbeetat, um den zurzeit gepitcht wird. Das Finale liefern sich der Etathalter Wensauer & Partner und DDB. Als Faforit gilt nach W&V-Informationen Wensauer - die Agentur soll etwa bei der Einführung des Weizen den Zuschlag schon in der Tasche haben. Zum Verkaufsstart im März ist viel TV-Werbung geplant. Testimonials wie zuletzt Günther Jauch soll es dafür nicht geben - auch wenn man sich sonst vorstellen kann, wieder mit Jauch zu arbeiten.
Sechs bis acht Millionen Euro zusätzlich macht Krombacher für Schweppes locker. Das Markenbild soll überarbeitet werden; den Etat sicherte sich Red Rabbit. Die TV-gestützte Kampagne der Hamburger soll, so Grabias, "den Geist erfrischen, aber nicht so laut und skurril wie früher". Gut möglich, dass Krombacher weitere Marken hinzukauft. "Wir spitzen immer die Ohren", sagt Hans-Jürgen Grabias. Von wegen bodenständig. hr