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22.06.2005 | Feuer auf St.Pauli geht auf Red Rabbit über

Die „Newcomer Agentur des Jahres 2004“, Red Rabbit, und die Kreativagentur Feuer auf St. Pauli fusionieren. Die beiden Hotshops passen gut zueinander. Auch wirtschaftlich profitieren - fast - alle Beteiligten von dem Zusammenschluss.

Die Verschmelzung der beiden Hamburger Agenturen Feuer auf St. Pauli und Red Rabbit soll formal bereits zum 1. Juli dieses Jahres vollzogen werden. Die fusionierte Agentur wird den Namen Red Rabbit weiterführen, die Agenturmarke Feuer auf St. Pauli verschwindet vom Markt.

Das operative Geschäft des Unternehmens wird auf Beratungsseite künftig von Red Rabbit-Geschäftsführer Jochen Matzer und Feuer auf St. Pauli-Geschäftsführer Roman Reimer gemeinsam geleitet. Matzer arbeitete früher bei Scholz & Friends Berlin, Springer & Jacoby und Elephant Seven, bevor er sich selbstständig machte; Reimer war vor seiner Karriere als Agenturchef Verleger in Lüneburg, Teamleiter für Direktmarketing beim Otto-Versand und Marketingleiter bei dem Verlagshaus Gruner + Jahr.

Kreatives Spitzen-Duo

Für die Kreation der neuen Red Rabbit zeichnet weiterhin Red Rabbit-Mitinhaber Jan Fröscher verantwortlich. Er wird die Agentur gemeinsam mit Oliver Seltmann, der zum 1. Juli in der Agentur beginnt, kreativ führen. Seltmann und Fröscher waren lange Jahre ein Team bei Scholz & Friends Berlin. In dieser Zeit arbeiteten die beiden auf Mercedes-Benz und holten mit einer Kampagne für den Computerhersteller Apple sogar einen bronzenen Löwen in Cannes. Zuletzt arbeitete Seltmann selbstständig. Ob die bisherige kreative Führungsspitze von Feuer auf St. Pauli, Tatjana Brandes und Noel Morganho, an Bord bleiben wird, ist bisher unklar.

Auch räumlich werden die Agenturen zusammengehen. Das neue Red Rabbit-Domizil wird der alte Sitz von Feuer auf St. Pauli sein: der Neue Kamp 30 auf dem Hamburger Kiez. Grund: Die Räumlichkeiten dort sollen rund zweihundert Quadratmeter größer sein als die bei Red Rabbit in der Großen Brunnenstraße.

Die Kunden wurden über den Zusammenschluss bereits informiert und haben ihre Zustimmung signalisiert. Schon seit Anfang des Jahres hatte es Pläne zur Verschmelzung der beiden Agenturmarken gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war Red Rabbit gerade zur „Newcomer-Agentur des Jahres 2004“ gewählt worden.

Unter den Kunden, die Feuer auf St. Pauli mit in die Agenturehe bringt, sind lukrative Etats wie die Saarbrücker Zeitung, eine der größten Regionalzeitungen Deutschlands, das Budget der Gruner + Jahr-Zeitschrift Brigitte Young Miss und nicht zuletzt der Kreativetat des regionalen Energieversorgers E.on Hanse, dessen Mediabudget nach Unternehmensangaben allein bei knapp über einer Million Euro liegt.

Für manchen Mitarbeiter der beiden Agenturpartner hat die Nachricht über die Verschmelzung indes negative Konsequenzen: Mit betriebsbedingten Kündigungen muss jedenfalls gerechnet werden. Es heißt, die fusionierte Agentur solle schließlich eine Größe von 25 bis 30 Mitarbeitern haben. Allein Red Rabbit war bisher 20 Köpfe stark.

Die Agentur war im Mai 2002 mit einer Minderheitsbeteiligung des internationalen Networks Leo Burnett gegründet worden und setzte im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Euro um.

Passgenauer Zusammenschluss

Für die Agentur und ihre Zukunft ist der Zusammenschluss indes ein Glücksfall, denn die Kundenstrukturen und das Know-how der Agenturen ergänzen sich. Die neue Red Rabbit bietet Markenbetreuung und crossmediale Konzepte von klassischer Werbung über Below-the-Line bis hin zu Direktmarketing. „Wir gewinnen an Personalqualität, erweitern unser gemeinsames Leistungsangebot und werden im kreativen Output noch stärker“, sagt Roman Reimer. Das Ziel ist klar: „Wir wollen Red Rabbit konsequent weiter ausbauen und in den nächsten zwölf Monaten richtig durchstarten“, kündigt Jochen Matzer an.   ros