
"Reduzierung der Treibhausgase darf nicht 2012 enden"
Berlin Die Bundesregierung will sich auf der Weltklimakonferenz in Buenos Aires für eine weitere Reduzierung der Treibhausgase einsetzen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte, der Klimaschutz dürfe nicht im Jahr 2012 enden. Dann läuft das Kyoto-Protokoll aus, in dem sich 125 Staaten verpflichtet haben, den Ausstoß der Klimagase weltweit um fünf Prozent unter den Stand von 1990 zu senken. Trittin sagte, die EU sei bereit, bis 2020 ihre Emissionen um 30 Prozent zu senken, Deutschland wolle seinen Ausstoß von Klimagasen sogar um 40 Prozent reduzieren. In Buenos Aires gehe es allerdings zunächst um eine politische Weichenstellung, Beschlüsse würden noch nicht erwartet. Erst im kommenden Jahr soll dann über mögliche Reduktionsziele nach 2012 verhandelt werden. In Buenos Aires soll eine Bilanz der bisherigen Klimaschutz-Maßnahmen gezogen werden. Außerdem soll darüber gesprochen werden, wie Lücken im Klimaschutz geschlossen werden können. Trittin wies dabei auf die bisher fehlende Einbeziehung des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs hin. Auch sei es wichtig dafür zu sorgen, dass die USA, die das Kyoto-Protokoll ablehnen, dennoch in die Klimaschutz-Bemühungen eingebunden bleiben. Unter dem Motto Klima sucht Schutz startete Trittin am Donnerstag gemeinsam mit Mieterbund und Wohnungswirtschaft eine bundesweite Aktion, mit dem Ziel, den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Trittin betonte, in diesem Bereich gebe es noch große Einsparpotenziale.Die Kampagne zielt auf effizienteren Energieeinsatz und die Eindämmung von Wärmeverlusten in Wohngebäuden. Nach Trittins Angaben könnten damit 25 000 Stellen in der Bauwirtschaft gesichert werden. Rund drei Viertel der Gebäude mit rund 27 Millionen Wohnungen hätten Nachholbedarf. (Von Philip Grassmann)